Was ist das diabetische Fußsyndrom?
Ein dauerhaft erhöhter Blutzucker kann auf zwei Wegen die Füße schädigen: Er greift die Nervenbahnen an (diabetische Neuropathie), sodass Schmerz-, Druck- und Temperaturempfinden nachlassen, und er verengt kleine Blutgefäße (Angiopathie), was die Wundheilung verzögert. Die Kombination ist tückisch: Kleine Druckstellen oder Verletzungen werden oft gar nicht bemerkt, heilen schlecht und können sich zu chronischen Wunden entwickeln. In der Fachsprache wird dies als diabetisches Fußsyndrom bezeichnet.
Warnzeichen, die Sie ernst nehmen sollten
Auf folgende Anzeichen sollten Diabetikerinnen und Diabetiker besonders achten:
- Kribbeln, Taubheitsgefühl oder ein „Ameisenlaufen” in Füßen und Zehen
- Auffällig kalte oder unnatürlich warme Füße
- Rötungen, Druckstellen oder Hautverfärbungen
- Wunden, Blasen oder Schrunden, die nicht innerhalb weniger Tage abheilen
- Eine sich verändernde Fußform (mögliches Anzeichen für einen sogenannten Charcot-Fuß)
Bei diesen Anzeichen sollte zeitnah ärztlicher Rat eingeholt werden – gerade weil das Schmerzempfinden bei Neuropathie oft fehlt, ist die regelmäßige Blickkontrolle so wichtig.
Diabetesadaptierte Fußbettung und Schutzschuhe
Die diabetesadaptierte Fußbettung (DAF) ist eine speziell für Diabetiker entwickelte Einlagenversorgung. Sie verteilt den Druck beim Gehen gleichmäßig über die gesamte Fußsohle und entlastet gezielt gefährdete Zonen wie den Vorfuß oder frühere Druckstellen. Häufig wird die DAF mit diabetesgerechten Schutzschuhen kombiniert: Diese haben ein nahtarmes, druckfreies Innenfutter, ausreichend Volumen für die Einlage und ein herausnehmbares Fußbett.
Wie umfangreich die Versorgung ausfällt, richtet sich nach dem individuellen Risiko. Ärztlich wird meist anhand einer Risikoklassifizierung (bekannt als Wagner-Armstrong-Klassifikation) eingeschätzt, wie stark Nerven und Gefäße bereits beeinträchtigt sind – von einfacher DAF bei geringem Risiko bis hin zu orthopädischen Maßschuhen oder Interimsschuhen nach bereits abgeheilten Wunden.
Der Fußscan bei Fünfgeld: individuelle Analyse statt Standardlösung
Mit unserem modernen Fußscansystem erfassen wir Fußform und Druckverteilung präzise und individuell. Auf dieser Grundlage entstehen Fußbettung und Schuhversorgung passgenau in unserer Meisterwerkstatt. Da sich die Fußform und das Risiko bei Diabetes im Laufe der Zeit verändern können, empfehlen wir regelmäßige Kontrollen, um die Versorgung bei Bedarf anzupassen.
Was Sie selbst zur Vorbeugung tun können
- Füße täglich auf Rötungen, Druckstellen oder Verletzungen prüfen – auch zwischen den Zehen und an der Fußsohle
- Nie barfuß laufen, auch nicht zu Hause
- Vor dem Anziehen die Schuhe innen mit der Hand auf Fremdkörper oder Falten prüfen
- Fußnägel vorsichtig kürzen oder regelmäßig von einer podologischen Fachkraft schneiden lassen
- Neue Schuhe möglichst nachmittags kaufen, wenn der Fuß leicht angeschwollen ist
- Blutzuckerwerte im empfohlenen Bereich halten und jährliche ärztliche Fußkontrollen wahrnehmen