Was unterscheidet Maßschuhe von Konfektionsschuhen mit Einlagen?
Ein Konfektionsschuh ist ein Serienschuh, der bestenfalls mit Einlagen oder kleineren Zurichtungen an den Fuß angepasst wird. Bei ausgeprägten Fehlstellungen reicht das jedoch nicht mehr aus. Ein orthopädischer Maßschuh wird dagegen von Grund auf neu gebaut: Auf Basis eines individuellen Leistens – einer exakten Nachbildung des Fußes – werden Form, Sohle, Höhe und Verarbeitung vollständig auf den jeweiligen Fuß abgestimmt.
Wann werden orthopädische Maßschuhe nötig?
- Stark unterschiedliche Fußlängen oder -formen an beiden Füßen
- Schwere Fehlstellungen wie Klumpfuß oder Spitzfuß
- Rheumatisch bedingte Fußdeformierungen
- Zustand nach einer Teilamputation am Fuß
- Fortgeschrittenes diabetisches Fußsyndrom mit Deformität
- Versteifungen oder Lähmungen, die eine normale Schuhpassform unmöglich machen
- Chronische Wunden, die durch handelsübliche Schuhe nicht abheilen
So entsteht ein orthopädischer Maßschuh
- Ausführliche Anamnese und Diagnose, in der Regel mit ärztlicher Verordnung.
- Exakte Fußvermessung per Gipsabdruck oder 3D-Scan inklusive Druckmessung.
- Leistenbau: individuelle Nachbildung der Fußform als Grundgerüst für den Schuh.
- Anprobe des Rohschuhs zur Passformkontrolle vor der endgültigen Fertigstellung.
- Handwerkliche Fertigung in der Meisterwerkstatt – von Zuschnitt und Naht bis zur Sohle, insgesamt über 150 Arbeitsschritte.
- Finale Anprobe und Nachjustierung bei der Abholung.
Wie lange halten Maßschuhe und wie oft brauche ich neue?
Je nach Beanspruchung halten orthopädische Maßschuhe in der Regel 12 bis 24 Monate. Bei dauerhaftem Bedarf genehmigen Krankenkassen üblicherweise ein bis zwei Paar pro Jahr, damit stets ein intaktes Paar zur Verfügung steht.